Seminare

Achtsamkeit und achtsam leben

Ein Seminar für Achtsamkeit, liebevolle Selbstzuwendung,
Mitgefühl und Gesundheit.

„Mit Selbstmitgefühl schenken wir uns selbst die gleiche Güte und Fürsorge, die wir auch einem guten Freund oder einer guten Freundin schenken würden.“
(Kristin Neff)

Dieser Kurs bezieht sich auf Aspekte von MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction = Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion) von Jon Kabat-Zinn und MSC (Mindful Self-Compassion = Achtsames Selbstmitgefühl) von Chris Germer und Kristin Neff.

Mit Achtsamkeit und liebevoller Selbstzuwendung betreten wir einen Weg, der in den buddhistischen Traditionen Asiens entwickelt und mit modernen therapeutischen Konzepten aus der westlichen Welt zusammengeführt wurde.

Dabei gelangen wir über meditative und kommunikative Weise in die Welt unserer Gedanken und zu uns selbst. Wir entwickeln die Fähigkeit, mit belastenden Denkstrukturen besser umgehen zu können, uns selbst freundlicher und liebevoller zu begegnen, mehr Sicherheit in uns zu finden, zu problembesetzten Themen Lösungen bzw. Lösungsschritte zu entdecken und in unserem Leben kraftvoll und präsent aufzutreten.

Dieses Seminar findet an acht Nachmittagen zu jeweils 2 1/2 Stunden statt und vermittelt einen ganz besonderen Zugang zu uns selbst, zu anderen Menschen und zum Leben.

1. Nachmittag: Liebevolle Selbstzuwendung in sich erfahren

Die liebevolle Zuwendung zu uns selbst unterscheidet sich nicht von der liebevollen Zuwendung zu anderen. Es bedeutet, dass wir uns in schwierigen Zeiten selbst mit Wohlwollen, Warmherzigkeit und Mitgefühl versorgen.

Wir kennen alle die Form von Wohlwollen und Mitgefühl für einen guten Freund, dem es schlecht geht oder eine gute Freundin, die sich in einer Krise befindet. Diese liebevolle und warmherzige Haltung uns selbst zu schenken, ist jedoch vielen Menschen fremd.

Mit der Praxis der liebevollen Selbstzuwendung lernen wir, uns in schwierigen Lebenssituationen oder Krisen selbst zu helfen und uns gut zu versorgen, auch wenn die Lebensumstände gerade nicht so freundlich sind. Wir kultivieren eine innere Haltung, mit uns selbst verständnisvoll zu sein. Vor allem dann, wenn wir einen Fehler machen, scheitern oder uns nicht vollkommen fühlen.

2. Nachmittag: Achtsamkeit und liebevolle Selbstzuwendung

Achtsamkeit ist eine Haltung sich selbst, dem anderen und dem Leben gegenüber. Es ist eine Form von Klarheit, Präsenz und Kraft. Achtsamkeit ist der erste Schritt: Ich begegne schwierigen Lebenssituationen, Gedanken, Gefühlen und Empfindungen mit warmherzigem Gewahrsein. Die liebevolle Selbstzuwendung ist der zweite Schritt: In schwierigen Lebenssituationen begegne ich mir selbst mit wohlwollendem und warmherzigem Gewahrsein.

Beide Haltungen verkörpern Klarheit und Liebe zu uns und anderen Menschen – ohne Urteil und Bewertung.

3. Nachmittag: Liebevolles Atmen und Metta-Meditation

Metta bedeutet übersetzt: liebende Güte, Wohlwollen, Freund sein

Wir finden den Begriff in der indoarischen Sprache und in religiösen Texten des Hinduismus. Liebende Güte und Wohlwollen werden stark in den buddhistischen Traditionen und Meditationen kultiviert.

Über meditative Wege finden wir eine besondere und gesundheitsfördernde Beziehung zu uns selbst. Damit erweitern wir gleichzeitig unsere Beziehungsfähigkeit zu anderen Menschen und zum Leben.

4. Nachmittag: Der innere Kritiker und die mitfühlende Stimme

Der innere Kritiker ist ein enger Vertrauter. Er ist jene Stimme in uns, die es häufig besser weiß. Sie kritisiert uns, schimpft mit uns und wertet uns ab. Diese innere Stimme ist sehr überzeugend und wir glauben meistens jedes Wort.

Wie entsteht der innere Kritiker oder die innere Kritikerin?

Er entsteht in den ersten Lebensjahren. Für Kinder sind ihre Eltern in dieser Zeit unfehlbar. Sie glauben alles, was sie sagen. Wenn Eltern ihre Kinder schimpfen, sie als unzulänglich bewerten oder als verantwortlich sehen, denken Kinder, sie hätten es verdient, geschimpft oder durch Worte bzw. Handlungen bestraft zu werden. Oder sie meinen wirklich, verantwortlich zu sein.

Im Erwachsenenalter zeigen sich die Auswirkungen oft darin, sich selbst negativ zu bewerten, sich als unzulänglich zu fühlen, sich für Inhalte im Leben verantwortlich zu fühlen, die nie erfüllt werden können und belastende Glaubensätze zu verinnerlichen. Dies entzieht sich oft unserem Bewusstsein und zeigt sich in Depressionen, Angstsymptomen, psychosomatischen Problemen und anderen Problemen oder Erkrankungen.

In diesem Modul können wir keine Wunder wirken. Wir können jedoch über Achtsamkeit und Mitgefühl eine liebevolle Stimme in uns finden. Diese hilft uns, uns Schritt für Schritt von belastenden Glaubensätzen zu lösen, unsere eigenen Schwächen, Ängste und Unsicherheiten anzunehmen, unsere Wut zu verstehen und einzuordnen und somit auf unser Leben warmherzig und heilend einzuwirken.

5. Nachmittag: Die Fähigkeit, mitfühlend zu sein und mitfühlend zuzuhören

In einer gelingenden Beziehung ist das Mitgefühl zueinander eine tragende Kraft.

In diesem Modul lernen wir eine besondere Form, Menschen zu begegnen. Vor allem Menschen, die man sehr gerne mag.

Parallel lernen wir eine spezielle Art des Zuhörens. Dabei geht es nicht darum, nur zu verstehen, was das Gegenüber sagen will, sondern für das Gegenüber ganz da zu sein und ihm zuzuhören.

Zuhören ist einer der bedeutendsten sozialen Aspekte von uns Menschen. Ich kann sprechen, auch ohne dass mir jemand zuhört. Ich kann aber nicht zuhören, wenn niemand mit mir spricht.

6. Nachmittag: Umgang mit schwierigen Gefühlen

Jeder von uns kennt seine eigenen Gedanken und die damit verbundenen Gefühle. Unser Gehirn denkt ununterbrochen. Es denkt in Alltagsgedanken und in problembesetzten Gedanken, die mit schwierigen Lebenssituationen oder Gefühlen zu tun haben.

Meistens geht es um Ängste, Befürchtungen, Krisen oder Sorgen zu körperlichen Symptomen. In vielen Gedanken und inneren Diskussionen versucht unser Gehirn, zu diesen problembesetzten Themen Lösungen zu finden.

Beispiele solcher Fragen bzw. Gedankengänge sind: „Warum passiert das immer mir? Was hätte ich tun müssen, damit es jetzt anders wäre? Hoffentlich passiert mir das nicht …“ und und und

Wir denken uns ins unsere Probleme hinein und finden in den Gedanken keine Lösung. Das steigert die Ausschüttung von Stresshormonen, was sich ungünstig auf unsere körperliche und psychische Gesundheit auswirkt.

In diesem Modul lernen wir, belastenden Gedanken anders zu begegnen, indem wir Zugang zu uns selbst finden. Damit kultivieren wir eine Form, mit belastenden Lebenssituationen besser umzugehen oder sie lösen zu können.

7.Nachmittag: Sich selbst ein mitfühlender Freund sein

Jeder Mensch trägt den Wunsch in sich, angenommen zu sein. Dieser Wunsch entsteht bereits vor der Geburt und begleitet uns ein ganzes Leben lang. Vor allem als Baby, Kleinkind, Kind und Jugendlicher ist das „Sich-angenommen-fühlen“ existentiell. Es trägt maßgebend dazu bei, wie sich der erwachsene Mensch in seinem Selbstwert, seinem Selbstvertrauen und seiner Selbstannahme erlebt und spürt.

Über den meditativen Weg lernen wir in diesem Modul das Gefühl kennen, bedingungslos und ohne Erwartungen angenommen zu sein. Dieser Prozess stärkt unsere Selbstsicherheit sowie unsere Selbstakzeptanz und hilft uns, soziale Ängste zu lösen.

8. Nachmittag: Im Einklang sein

In diesem Modul wollen wir bewusst erkennen, welche schönen Dinge uns das Leben schenkt. Oft nehmen wir angenehme Kleinigkeiten als selbstverständlich, z.B. eine Tasse Kaffee am Morgen trinken zu können, warmes Wasser zum Duschen zu haben, mit dem Auto zu fahren, im Winter eine warme Wohnung zu haben, in einem Bett schlafen zu dürfen, … Es gibt unzählige dieser kleinen Dinge, die uns erst einfallen würden, wenn wir sie nicht mehr hätten. Durch Genuss, Dankbarkeit und Selbstwertschätzung lernen wir, im Alltag Glück zu kultivieren.